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Wissenschaft persönlich: Karen Albers

Eine Frau steht lachend neben einer Gruppe Menschen, die an einem Tisch sitzt
Karen Albers ist UI-/UX-Designerin am AWI Bremerhaven und erforscht den Einfluss und Wirkung von gestalterischen Elementen innerhalb Educational Escape Rooms. Sie ist außerdem Lehrbeauftragte an der Hochschule Bremerhaven und Doktorandin an der Uni Bremen.

© WFB/Jan Rathke

Bremens Wissenschaft ist exzellent! Und daran haben natürlich die vielen schlauen Köpfe, die sich in den Laboren und den Hörsälen tummeln, erheblichen Anteil. Wer steckt hinter dem Erfolg der Bremer Wissenschaft? In unserer Porträt-Reihe Wissenschaft persönlich stellen sich Wissenschaftler:innen und Wissenschaftskommunikator:innen regelmäßig unseren Fragen  und verraten, was sie an ihrer Arbeit lieben und warum der Standort Bremen für sie genau der richtige ist.

Im März stand uns Karen Albers Rede und Antwort: Sie beschäftigt sich am AWI Bremerhaven mit UI-/UX-Design und Entwicklung, Eyetracking und Educational Escape Room Design. Sie ist außerdem Lehrbeauftrage an der Hochschule Bremerhaven und Doktorandin an der Universität Bremen. Was Karen Albers an ihrer Arbeit besonders begeistert und worin der Nutzen dieser besteht, verrät sie hier bei „Wissenschaft persönlich":

  • Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Wissenschaftlerin bzw. Wissenschaftskommunikatorin geworden wären?

Durch meinen früheren Leistungssport als Jugendliche wollte ich schon immer „etwas mit Menschen“ machen. Lange faszinierte mich der Beruf des Kommissars sehr, bis mich das Design und die Escape Rooms in den Bann gezogen haben.

  • Wann finden Sie Ihren Job klasse? Welche Momente sorgen für Begeisterung?

Beim UX-Design geht es vor allem um das Nutzererlebnis. Besonders freue ich mich auf die Reaktionen, die mein Design bei anderen Menschen hervorruft – sei es eine Applikation für Wissenschaftler:innen am Nordpol oder ein Escape Room für eine Schulklasse.

  • Stellen Sie sich vor, Sie hätten auf dem Freimarkt einen Stand und müssten nun den Besucher:innen erklären, an was Sie gerade arbeiten – wie sähe Ihr Stand aus?

Am Stand wäre im Hintergrund ein größerer Tisch platziert, auf dem der Escape Room Koffer mit den ausgedruckten Rätseln verteilt liegen. Ich würde Interessenten einladen die Kurzversion des Escape Rooms zu spielen, denn so erhält man in kürzester Zeit den besten Einblick in meine Arbeit. Es gäbe Eyetracking Ergebnisse in Form von eingefärbten Maps als Eyecatcher im Hintergrund und viele Bilder von spielenden Escape Room Gruppen.

  • Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Ihre Arbeit und worin besteht der Nutzen?

Besonders im Bereich Bildung ist der Nutzen von gut designten Escape Rooms enorm, da Inhalte auf eine spielerische und motivierende Weise vermittelt bzw. wiederholt werden. Neben den sozialen Kompetenzen werden Inklusion und Chancengleichheit gefördert sowie die Kreativität und die Problemlösekompetenz gestärkt.

  • Wann sprechen Sie bei Ihrer Arbeit von Fortschritt? Oder anders gefragt: Womit retten Sie die Welt?

Bei jeder Reaktion oder jedem Ergebnis, das ich bei der Präsentation oder beim Testen erhalte. Besonders bei Anwendungen wie Homepages oder Escape Rooms soll das Design nicht im Vordergrund stehen. Sobald das Design auffällt oder stört, muss es verbessert werden – oder haben Sie sich schon einmal gedacht, wie gut das Design oder das Nutzererlebnis bei einem Bankautomat war? ;)

  • Verraten Sie uns Ihr liebstes Arbeitsinstrument oder Ihre wichtigste Forschungsmethode?

Das hängt stark davon ab, was ich gerade designe und wie weit das Projekt fortgeschritten ist. Zuerst konzipiere ich am liebsten viel auf meinem Tablet, dann erfolgt eine detailliertere Entwicklung mit dem Grafikprogramm Adobe Illustrator. Dann kommen die Probanden dazu: Ich teste die designten Produkte mit der Zielgruppe in Form von Usabiliytests und führe zur statistischen Erhebung eine Fragebogenuntersuchung durch. Wenn die notwendigen Mittel verfügbar sind, nutze ich zusätzlich noch das Eyetracking-Verfahren, um neben den subjektiven Daten auch objektive Daten zu erhalten. Das ist leider sehr zeitintensiv und fällt meistens weg.

  • Wann und warum führte Sie Ihr Weg nach Bremerhaven? Und woher kamen Sie?

Ich bin in Bremerhaven geboren und aufgewachsen. Nach meinem Abitur entdeckte ich hier in Bremerhaven den Studiengang „Digitale Medienproduktion“, der durch seinen hohen Praxisanteil und seine Interdisziplinarität einzigartig in Deutschland ist. So bin ich hiergeblieben und freue mich immer wieder bekannte Gesichter in Bremerhaven und Umgebung zu sehen.

  • Was schätzen Sie am Land Bremen als Wissenschaftsstandort? Was hält Sie hier?

Das Land Bremen hat sich in den letzten Jahren als Wissenschaftsstandort sehr gewandelt. Es werden neue Netzwerke geschaffen und akademische Einrichtungen, Forschungsinstitute sowie Unternehmen kommen sich immer näher. Zudem fördert die Stadt immer mehr die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie innovative Projekte. Es ist eine ideale Mischung von allem, was für mich eine gute und motivierende Arbeitsumgebung schafft.

  • Fehlt Ihnen etwas?

Als Doktorandin habe ich anfangs gemerkt, dass die Fördermöglichkeiten im Land Bremen sehr rar sind. Es gibt deutschlandweite Stipendienangebote bei einer sehr limitierten Anzahl an Plätzen. Einige Bundesländer wie Bayern, Berlin oder Hamburg vergeben extra Stipendien für die Doktoranden, die in ihrem Bundesland promovieren.

  • Die Wege in Bremen und Bremerhaven sind bekanntlich kurz. Wie bewegen Sie sich durch die Stadt?

Da ich nicht nur den einen Job habe, und es in den letzten Jahren immer wieder zu großen Verspätungen im ÖPNV kam, fahre ich häufig mit dem Auto.

  • Wenn Sie die Wissenschaftsszene im Land Bremen mit einem Tier vergleichen sollten, welches würden Sie wählen und warum?

Ich würde den Delfin wählen, da Delfine intelligent, sozial und anpassungsfähig sind. Sie arbeiten in Teams und lösen Probleme gemeinsam. Durch ihre spielerische Art haben sie den Mut neue Wege zu gehen und innovative Ansätze zu verfolgen.

  • Was war die größte Herausforderung Ihrer wissenschaftlichen/beruflichen Laufbahn, die Sie zu meistern hatten?

Ich würde sagen, dass ich aktuell in meiner größten Herausforderung bin. Durch mein Studium in der Digitalen Medienproduktion und Digitalisierung, Innovation und Informationsmanagement habe ich einen guten Einblick in das Design und die Informatik bekommen. Das Thema meiner Dissertation ist im Bereich der Erziehungswissenschaften angesiedelt und ich lerne jeden Tag eine neue Facette in diesem Bereich kennen. Diese Interdisziplinarität ist sehr arbeitsintensiv, aber dafür sehr spannend.

  • Welche stehen Ihnen noch bevor?

Ich denke bisher nur bis zum Abschluss meiner Dissertation in ein paar Jahren. Zwischendurch entwickle ich für Schulen, Museen, Medienzentren und weitere Einrichtungen Escape Rooms und freue mich, einen Einblick in weitere Themen zu erhalten.

  • Haben Sie eine persönliche Erfolgsformel?

Glaube an dich und deine Ideen.

  • Aus welchem Scheitern haben Sie am meisten gelernt?

Aus den Lehrmethoden in der eigenen Schulzeit.

  • Wobei oder wodurch wird Ihr Kopf wieder frei?

Im Sommer gehe ich gerne an den Deich und lasse mir den Wind um die Nase wehen, im Winter sitze ich mit einem warmen Tee vor einem Computerspiel.

  • Die nächsten Nachwuchswissenschaftler:innen zieht nach Bremerhaven. Was würden Sie ihnen raten, wo man wohnen und abends weggehen soll?

Als ehemalige Geestländerin würde ich in Bremerhaven die ländlicheren Stadtteile mit viel Grün empfehlen. Ich liebe es, wenn man zum Beispiel im Sommer nachts bei offenem Fenster schlafen und die Natur hören kann.

  • Mit wem würden Sie diese Wissenschaftler:innen hier in Bremen oder Bremerhaven bekannt machen wollen?

Ich würde ihm/ihr die Stelle verraten, wo häufiger Seehunde zu sehen sind und man sie aus sicherer Entfernung beobachten kann.

  • Wenn Sie einen Tag lang Ihr Leben mit einer Bremer oder Bremerhavener Persönlichkeit tauschen könnten, wessen Leben würden Sie wählen?

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© WFB/Jan Rathke

Fachbereich / Forschungsfeld
UI-/UX-Design und Entwicklung, Eyetracking, Educational Escape Room Design

Aktuelle Position / Funktion
UI-/UX-Designerin am AWI Bremerhaven, Lehrbeauftragte an der Hochschule Bremerhaven, Doktorandin an der Uni Bremen

Aktuelle Tätigkeit / aktuelles Forschungsprojekt
Einfluss und Wirkung von gestalterischen Elementen innerhalb Educational Escape Rooms

Geburtsjahr
1994

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